Verladetraining gilt für viele als die "Königsdisziplin" der Bodenarbeit. Häufig wird vor das
Verladetraining ein ganzer Wochenendkurs mit Bodenarbeitsübungen und Training
gestellt. Das ist ein Weg.

Wir versuchen einen anderen. Welches Problem auch immer
ein Mensch und ein Pferd miteinander haben - wir versuchen, die Lösung möglichst
direkt anzugehen. Warum? Weil wir hoffen, dass wir dadurch auch die Menschen
erreichen, die nicht gleich einen ganzen Kurs machen möchten, die vielleicht nicht mit
bestimmten Ausrüstungsgegenständen arbeiten möchten oder die sonst ganz zufrieden
sind damit, wie es zwischen ihnen und ihrem Pferd läuft.
Und weil wir glauben, dass Menschen besser lernen, wenn sie motiviert sind - und dass
die Motivation höher ist, wenn man das Problem direkt angeht.
Das schließt ja keineswegs aus dass man daraus für andere Situationen lernt oder dass
man später nochmal an die Basisarbeit geht.

Wir selbst arbeiten auch oft so. Wenn uns ein Problem anspringt, dann gehen wir es
möglichst direkt an. Später entdecken wir dann oft, dass sich durch die Arbeit an diesem
Problem auch die Beziehung zum Pferd gewandelt hat oder dass die Basisarbeit plötzlich besser klappt. So kann´s eben auch gehen.


Das bedeutet, wer uns für Verladetraining bestellt, lernt, sein Pferd zu verladen. Wir wissen, dass viele Menschen das Wort nicht mögen. Es hat sich aber so eingebürgert und es erscheint uns unnötig kompliziert, das zu ändern. Es reicht, wenn wir unsere Vorstellung davon korrigieren. Es geht also nicht darum, dass Pferd wie Ware zu verladen, sondern das Pferd soll sich gewissermaßen selbst verladen - sprich es soll in den Anhänger einsteigen und sich dort in eine geeignete Position bringen (in Deutschland im Regelfall  mit der Brust ganz vorne an der Stange. Andere Länder, andere Sitten.)

Wenn wir Verladetraining machen, läuft das in der Regel so ab, dass wir an den schwierigen Punkten kurzzeitig selbst mit dem Pferd arbeiten, aber nur, um es etwas zu beschleunigen und für alle klarer und einfacher zu machen. Sie selbst machen aber die Hauptarbeit unter unserer Anleitung. Das erklärte Ziel dieser Arbeit ist, uns überflüssig zu machen.

Wir arbeiten "ohne Druck". Das ist natürlich so nicht ganz richtig. Aber wir versuchen, den Druck so zu dosieren und so einzusetzen, dass er wirklich nur der Verständlichmachung dient. Druck ist an sich immer nur da nötig, wo eine alte "Ungezogenheit" (das ist auch nur eine Gewohnheit) geändert werden soll. Am Anhänger ist mit Druck sehr vorsichtig umzugehen, denn in den Anhänger zu gehen ist viel verlangt, weil Anhängerfahren für das Pferd höchst unangenehm ist. Es ist eng, dunkel und wackelig und man weiß nie, wo es hingeht und ob man wieder nach hause kommt. Man ist von den Freunden getrennt, es ist laut, macht merkwürdige Geräusche und bei Fahrten im Dunkeln auch gruselige Lichtspiele. Entspannte Kopfhaltung ist nicht möglich.

In einen Anhänger zu steigen, ist ein großer Vertrauensbeweis des Pferdes. Und realistisch betrachtet, vertraut es dem Fahrer ja auch tatsächlich sein Leben an (das weiß es nicht, aber es wird sich wohl trotzdem so fühlen!).

Druck anzuwenden, damit das Pferd in den Anhänger geht, lehnen wir daher ab. Druck wenden wir an, wenn z.B. das Pferd nicht gelernt hat, auf Zug am Strick nachzugeben, angemessenen Abstand zu halten oder ähnliches.

Und bitte tun Sie sich und Ihrem Pferd einen Gefallen: Nicht reinführen und schnell zumachen. Es ist die Hölle. Denken Sie darüber nach. Denken Sie an Fernsehfilme und Ihre Gefühle, wenn ein Kind in den Keller gegangen ist und man hört die Tür zuschlagen.

Bitte tun Sie Ihrem Pferd das nicht an. Machen Sie erst zu, wenn Ihr Pferd ruhig und gelassen im Anhänger stehen bleibt. Und: niemals vorne anbinden, bevor hinten die Stange - besser noch die Klappe - zu ist. Jedes Pferd kann sich mal erschrecken und nach hinten werfen!!

Eine weitere Falle: Bitte auf keinen Fall die vordere Ausstiegstür öffnen bevor das Pferd ruhig und sicher steht. Es sind schon Menschen und Pferde schwer verletzt worden, weil die Pferde durch die kleine Tür wieder ausgestiegen sind! Passen Sie auf sich und Ihr Pferd auf.

Danke.


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