Sehr oft können wir bei Pferden, die beim Hufschmied nicht stillstehen, eine duetliche Verbesserung des Verhaltens innerhalb von 15- 30 min erzielen - ohne das Pferd anzuschreien oder zu schlagen, nur dadurch dass wir ihm zuhören und uns ruhig aber bestimmt mitteilen.

Bei Maja war das allerdings eine etwas langwierigere Angelegenheit..... Wir baten Majas Besitzerin, ihre Geschichte aufzuschreiben, lesen Sie selbst:


Maja kam im Juni 2008 6-jährig zu mir und hatte noch gar nichts gelernt. Auch kein Hufe geben, was man auch überdeutlich sah...die sahen einfach nur grausig aus! Viel zu lang und eingerissen, von unten sahen sie aus als hätte da jemand Origami geübt. Alles war übereinander geschichtet-schlimm!

Leider blieb keine Zeit zum saubermachen, aber der Zustand der Hufe ist wohl auch so gut zu erkennen...


Wenn ich an die Hufe wollte, drehten wir uns wie ein Brummkreisel mit dem Ergebnis, dass mir schwindlig war und ich ihren Huf für höchstens 2 Sekunden in der Hand hatte.
Aber da musste jemand ran. Ich habe so einige Hufschmiede angerufen, die aber nicht kommen wollten, allein wenn sie das Wort Shire-Horse und schwierig hörten...kann man ja auch verstehen.
Einer kam dann aber doch und ging mit der Feile in der Hand gleich auf Maja´s Hinterhand zu. Die Kleine wurde schon nervös als sie die Schürze gesehen hatte! Wir haben uns dann gleich wieder verabschiedet.
Aber was nun? Die Hufe konnten doch so nicht bleiben... Ich bin dann im Internet auf die Seite "gesundehufe.com" gestossen und habe mit Lioba einen Termin gemacht. Ich hatte vorher noch gar nichts über Hufpfleger gehört, aber was auf der Seite stand, hörte sich gut an und geschehen musste ja was!
Als Lioba und Arnulf kamen, begrüßten sie meine Kleine erstmal und mit ganz viel Ruhe, Geduld und Pferdekenntnis schafften sie in 2 Stunden alle vier Hufe (notdürftig) zu schneiden und zu raspeln. Sie ließen sich durch nichts was Maja anstellte aus der Ruhe bringen und blieben die ganze Zeit über freundlich mit ihr. Ich war so glücklich, die beiden gefunden zu haben. Meine Kleine hatte nun Hufe die wie Hufe aussahen!
Zum Üben gab es auch gleich noch Tipps für mich mit. :-)
Mittlerweile hat Maja wirklich schöne Hufe durch die regelmäßigen Termine bekommen! Und sie braucht auch keine 2 Stunden mehr um zu merken, dass ihre Hufpfleger ihr nur Gutes tun wollen.

Heute hat Maja schöne, problemfreie Hufe, die regulär alle 6-7 Wochen geraspelt werden.



Wenn Maja zum Zeitpunkt des ersten Termins 700kg wog, dann waren davon 1000kg Angst - und da habe ich mich bestimmt nicht verrechnet. Tatsächlich hat Maja viele Termine gebraucht, bis sie sich einigermaßen entspannen konnte. Sie ist einfach sehr sensibel und bekommt schnell wieder Angst - wer weiß was sie erlebt hat oder nicht erlebt hat... Bei solchen Pferden hilft es uns sehr, wenn wir zu zweit arbeiten - Arnulf und ich. Ein eingespieltes Team ist für ein so verunsichertes Pferd leichter zu verstehen als ein einzelner, fremder Hufpfleger und ein nervöser Besitzer (der in diesem Fall für Maja auch noch fremd war). Später ist es nicht mehr nötig, zu zweit zu kommen. In Majas Fall war es übrigens auch hilfreich, dass die Besitzerin sich mit massenweise Möhren "bewaffnete" - eine Ausnahme für "Hosenscheißer"!


Für Majas Besitzerin waren die ersten Termine ein teurer Spaß aufgrund des erhöhten Zeitaufwands - aber im Endeffekt hat sie Geld gespart, denn ohne die anfängliche Geduld wäre Maja schnell eines jener Pferde geworden, denen man nur unter Sedierung die Hufe raspeln kann. Allerdings ist das nicht allein unser Verdienst: Die Besitzer "schwieriger" Pferde sind stets in der Pflicht, zu üben und an einem generell guten Verhältnis zu arbeiten - Majas Besitzerin hat hier viel Zeit investiert und kann sich jetzt über den Lohn dieser Mühen freuen.