Clicker-Training

Sie haben sicher schon davon gelesen oder gehört, wie Clicker-Training funktioniert. Wer bei google sucht, wird schnell und ausführlich fündig, daher wollen wir hier nicht näher darauf eingehen, wie es funktioniert. Wir wollen hier ein paar Erfahrungen und unsere Einsatzgebiete für den Clicker erklären.


Clicker-Training für Skeptiker


Sie wissen zwar, was Clicker-Training ist, sind aber nicht überzeugt von seinem Nutzen? Wir waren das zu Anfang auch nicht. Nach wie vor sehen wir Grenzen der Möglichkeiten.
Aber - und das ist ein großes Aber - es hat auch viele viele Vorteile.
Auch wenn Sie den Clicker nicht als Trainingsmethode einsetzen möchten, empfehlen wir Ihnen die Anschaffung eines Clickers und ein bißchen Übung damit. Warum? Dazu möchten wir eine kleine Geschichte erzählen.
Eines unserer Pferde - Salo - hatte sich (wie auch immer!) das untere Augenlid böse aufgerissen. Der Tierarzt kam zum Nähen, 7 Stiche mussten gemacht werden. Danach war Versorgung mit antibiotischer Augensalbe dran. Dazu sollten wir dreimal täglich etwas Salbe ins Augenlid einbringen. Haben sie das schonmal versucht bei einem Pferd, das eher zu den nervösen Kandidaten neigt und eine frische Naht hat? Vor allem: Haben Sie es schonmal alleine versucht? In einer Hand haben Sie die Tube und mit der anderen halten sie das Auge des Pferdes auf. Nun bitte: Womit verhindern Sie, dass das Pferd den Kopf wegzieht, vor allem weil man ja dann doch mal an die Naht kommt und das tut weh und so...
Da waren wir heilfroh, uns schon mit dem Clicker beschäftigt zu haben. Zweimal haben wir zu zweit gearbeitet: Einer hatte beide Hände voll Creme und Pferd und der andere hat im richtigen Moment geclickt und gefüttert. Nach nur zweimal eincremen konnte ich alleine cremen, auch ohne zu clicken (was man ja notfalls mit der Zunge machen kann, man braucht also keine dritte Hand um den Clicker zu bedienen). Die Botschaft: Kurz stillhalten und Creme aushalten = zwei Handvoll lecker Futter war sofort angekommen. Dieses Erlebnis hat mir klar gemacht, wie wertvoll so ein kleiner Knackfrosch im Notfall sein kann. Man kann darüber denken wie man will, aber der Zweck heiligt eben doch manchmal die Mittel.

Clicker-Training für Neugierige

Sie wollen gerne clickern, trauen sich aber alleine nicht so recht ran, wissen nicht so genau wie sie es anfangen sollen oder haben eine bestimmte Übung im Kopf und kommen irgendwie nicht weiter?

Also wer gerne clickern möchte: Wir helfen Ihnen, es zu lernen und die Möglichkeiten zu entdecken. Das tolle am Clickern ist, dass man selbst unglaublich viele neue Ideen hat. Und man wird kreativer, wenn es darum geht, Wege zu finden, dem Pferd (oder natürlich auch vielen anderen Tieren) etwas zu vermitteln.

Vorsicht bitte bei "kekssüchtigen" Pferden. Mit List und Tücke kann man auch das Betteln wegclickern, aber das sollte man nur unter Anleitung tun. Dasselbe gilt für Pferde die beißen oder einen überrennen oder ähnliches.
Bei solchen Pferden kann Clicker-Training dabei helfen, das Pferd zu motivieren, es positiv auf den Menschen einzustimmen und einige Dinge zu klären. Dennoch ist Clickern nicht das Nonplusultra, es sollte immer ergänzt werden durch gute "Horsemanship", Pferdeverstand oder wie immer man es nennen will.

Clicker-Training schult auch den Menschen. Sie werden merken, dass man beim Clicker-Training sehr konzentriert sein muss, sehr klare Vorstellungen braucht und dennoch genug Flexibilität, um diese Vorstellungen zu ändern...  da kann man was bei lernen!


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